Barrierefreie Wohnung – Tipps zu Umbau, Förderung und wichtigen Normen
Barrierefreie Wohnung – Tipps zu Umbau, Förderung und wichtigen Normen

Barrierefreie Wohnung

Der Ausbau zu einer barrierefreien Wohnung ist zukunftsorientiert und sorgt langfristig für eine Wertsteigerung Ihrer Immobilie. Worauf es beim Umbau ankommt und welche Förderungsmöglichkeiten es für moderne, barrierefreie Wohnungen gibt, erfahren Sie hier.

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Barrierefreie Wohnung – Tipps zu Umbau, Förderung und wichtigen Normen

Der barrierefreie Ausbau von Immobilien trägt langfristig zu einer Wertsteigerung bei. Hier finden Sie wichtige Tipps für Hauseigentümer im Überblick: Von finanziellen Fördermöglichkeiten bis zu DIN-Normen für eine barrierefreie, rollstuhlgerechte Wohnung nach modernsten Standards. Dabei wird auch der Einsatz von Smart Home Systemen unterstützt.

Barrierefreie Wohnung bauen oder umbauen – Tipps für Hauseigentümer

Barrierefreie Wohnungen steigen aufgrund des demographischen Wandels stark in der Nachfrage. Wer sein Haus oder einzelne Wohnungen barrierefrei (um)bauen möchte, muss zwar mehr Geld investieren – wenn die Baumaßnahmen bestimmte Normen erfüllen, erhalten Hauseigentümer aber finanzielle Fördermittel. Langfristig steigert der barrierefreie Umbau sogar den Wert der Immobilie und verbessert die Vermietbarkeit.

Was gilt als barrierefreie Wohnung?

Wann eine Wohnung als barrierefrei gilt, ist im § 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) definiert. Demnach müssen die Wohnräume, Küche und Bad so gestaltet sein, dass sie für Menschen mit Behinderungen grundsätzlich ohne fremde Hilfe nutzbar sind. Dies kann auch durch die technische Modernisierung einer Immobilie gewährleistet sein, wie durch den Einbau von automatischen Bewegungsmeldern für Türsysteme oder der Sprachsteuerung von Licht oder Heizung. Das erleichtert beispielsweise Bewohnern mit körperlicher Beeinträchtigung den Alltag in der Wohnung.

Allerdings: Eine barrierefreie Wohnung ist nicht zwingend auch für Bewohner mit Rollstuhl konzipiert. Die Norm zum barrierefreien Bauen unterscheidet hier zwei Standards:

  • Barrierefrei nutzbare Wohnungen
  • Barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbare Wohnungen

Die rollstuhlgerechte Wohnung muss etwa größere Bewegungsflächen und einen Abstellplatz für den Rollstuhl aufweisen. Auch die Bedienelemente von technischen Anlagen, Tür- und Fenstergriffe müssen vom Rollstuhl erreichbar sein. Besondere Bedingungen gelten für Bäder und Küchen. So muss das Waschbecken in einer rollstuhlgerechten Wohnung unterfahrbar sein, und am WC sind beidseitige Stützklappgriffe erforderlich.

Welche Förderungen gibt es für barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen?

Als Hauseigentümer müssen Sie nicht sämtliche Kosten für einen barrierefreien Umbau aus eigener Tasche zahlen. Auf folgende Finanzierungsmöglichkeiten können Sie zugreifen:

  • KfW-Förderung für barrierefreies Wohnen
    Das KfW-Förderprogramm 159 für "Altersgerechtes Umbauen" bietet zinsgünstige Kredite bis zu einer Summe von 50.000 Euro. Je nachdem, ob noch Geld im jährlichen Finanzierungstopf liegt, können Haus- und Wohnungseigentümer auch einen direkten Investitionszuschuss in Höhe von bis zu 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten erhalten (Programm 455-B). Maximal 5.000 Euro pro Baumaßnahme sind möglich, etwa für die Installation von Smart Home Elementen. Wenn Ihre Immobilie den Standard "Altersgerechtes Haus" erreicht, steigt der Zuschuss auf bis zu 6.250 Euro.
  • Pflegekasse oder Krankenkasse
    Krankenkassen erstatten auf ärztliche Verordnung praktische Hilfsmittel wie Haltegriffe oder seniorengerechte WC-Aufsätze. Sofern ein Pflegegrad vorliegt, bezuschusst die Pflegeversicherung barrierefreie Umbauten mit bis zu 4.000 Euro.
  • Wohn-Riester
    Seit 2014 ist es Riester-Sparern gestattet, das Guthaben aus ihrem Bausparvertrag auch für den Umbau zur barrierefreien Wohnung zu nutzen.
  • Fördermittel der Bundesländer
    Neben den bundesweiten Programmen fördern auch die Bundesländer die altersgerechte Anpassung von Wohnungen. Für den Umbau barrierefreier und rollstuhlgerechter Wohnungen gewährt das Bundesland Bayern beispielsweise Zuschüsse bis zu 10.000 Euro, Hamburg bezuschusst verschiedene Umbaumaßnahmen mit bis zu 15.000 Euro.

Welche Umbauten sind sinnvoll – und förderfähig?

Zuschüsse gibt es grundsätzlich nur für Umbauten, die zur Reduktion von Barrieren beitragen. Eine ohnehin erforderliche Sanierung lässt sich mit diesen Fördermitteln nicht finanzieren – sie bietet aber eine gute Gelegenheit, die Wohnung barrierefrei umzubauen. Sinnvolle Maßnahmen sind unter anderem:

  • Ebenerdiger Zugang (beispielsweise durch Rampen)
  • Einbau eines Treppenlifts
  • Vergrößerung der Türen
  • Rutschhemmende und stolperfreie Bodenbeläge
  • Bewegungsmelder zur Steuerung von Licht oder Durchgängen
  • Stimmerkennung und -steuerung für Heizung, Jalousien und Türsysteme
  • Im Bad: Einstiegshilfen in die Badewanne, Einbau einer bodengleichen Dusche, höhenverstellbarer Waschtisch und WC
  • In der Küche: Anpassung der Höhe von Arbeitsflächen, Herd und Schaltern. Für die rollstuhlgerechte Wohnung: Unterfahrbare Kücheneinrichtung
  • Im Schlafzimmer: Änderung von Schaltern und Steckdosen, damit diese vom Bett aus erreichbar sind

Ein wesentlicher Fokus beim barrierefreien Umbauen liegt im Bad. KfW-geförderte Baumaßnahmen sind hier die seniorengerechte Modernisierung von Sanitärobjekten und die Schaffung eines bodengleichen Duschplatzes inklusive eines Klappsitzes. Auch wenn sie beim Umbau zur barrierefreien Wohnung die komplette Raumaufteilung des Bades ändern möchten, können Sie hierfür den Investitionszuschuss verwenden.

Besonders zukunftsträchtig ist der Einbau von Smart Home Systemen in der Wohnung. Gefördert werden hierbei Elemente, die die Bewohner im Alltag merklich unterstützen. Dazu gehören Systeme zur Steuerung von Jalousien, Heizung, Licht und Türkommunikation.

Baunormen für die barrierefreie Wohnung: DIN 18040-2

Die Vergabe von Krediten und Zuschüssen für die barrierefreie Wohnung ist an bauliche Mindeststandards gebunden. Insbesondere bei den Förderprogrammen der Bundesländer können diese sehr unterschiedlich sein. Bevor Sie mit dem Umbau beginnen, sollten Sie deshalb unbedingt fachlichen Rat einholen.

Die maßgebliche Planungsgrundlage zum barrierefreien Bauen in Wohnungen liefert die DIN-Norm 18040-2. Ob Sie in Ihrem eigenen Zuhause dieses Regelwerk einhalten, liegt in Ihrer freien Entscheidung. Um Zuschüsse für eine barrierefreie Wohnung zu er erhalten, ist es aber wichtig, die Norm zu erfüllen. Sofern Sie den Umbau zur rollstuhlgerechten Wohnung planen, sind die zusätzlichen Anforderungen für eine uneingeschränkte Rollstuhlnutzung zu beachten. Im Regelwerk sind die diese mit einem großen R kenntlich gemacht.

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