was ist die Berliner Räumung
was ist die Berliner Räumung

Zwangsräumung mit Berliner Modell

Die Zwangsräumung ist für Vermieter der letzte Schritt, um nach der Vertragskündigung und Räumungsklage die Herrschaft über eine Mietsache zurück zu erhalten. Eine günstige und schnelle Lösung kann dabei das Berliner Modell bieten.

Sie sind interessiert an spannenden Beiträgen rund ums Haus?

In unserem Newsletter informieren wir Sie jeden Monat zu aktuellen Themen – natürlich kostenlos!

Die Berliner Räumung

Sie gehören zu den wohl schwersten Ärgernissen für Hausbesitzer – Mieter, die ihr Eigentum beschädigen oder die Miete nicht bezahlen. Haben Sie als Vermieter den Mietvertrag rechtskräftig gekündigt, der Mieter weigert sich aber, die Wohnung zu verlassen, bleibt Ihnen als letzter Ausweg die Räumungsklage. Dies ist ein teures und langatmiges Unterfangen, das durch eng gesteckte Fristen und überlastete Gerichte erschwert wird. Das Verfahren der Räumungsklage lässt sich nicht umgehen, allerdings kann die schlussendliche Räumung mit dem Berliner Modell vereinfacht, vergünstigt und beschleunigt werden.

Was ist die Räumung nach Berliner Modell?

Bei einer Räumung nach Berliner Modell oder Berliner Räumung können Vermieter sich nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes auf ihr Vermieterpfandrecht berufen, wenn sie die Räumung einer Wohneinheit fordern. Die Räumungsklage muss dazu vor Gericht entschieden sein und es muss ein Räumungstitel vorliegen, bevor die Räumung vollzogen werden kann. Der Unterscheid zur klassischen Zwangsräumung besteht dann darin, dass der Hausrat des Mieters nicht vom Gerichtsvollzieher geräumt, verwertet oder aufbewahrt werden muss, sondern schlicht das Schloss der Wohnung ausgetauscht wird. Damit fordern Sie als Vermieter das räumliche Nutzungsrecht über Ihr Eigentum ein und umgehen die hohen Kosten, die sich bei der einer normalen Zwangsvollstreckung häufig ergeben.

Welche Vorteile bietet die Berliner Räumung für Vermieter?

Viele säumige Mieter sind bei der Räumung nicht anzutreffen, weshalb dann der Hausrat des Mieters bei der normalen Zwangsräumung in die Obhut des Gerichtsvollziehers übergeht. So fallen Kosten für den Abtransport des Hausrats sowie die anschließende Verwahrung, Vernichtung oder Verwertung an. Diese Kosten sind grundsätzlich vom Mieter zu tragen. Allerdings sind Sie als Vermieter verpflichtet, dafür zunächst mit einem Vorschuss aufzukommen. Dieser kann je nach Wohnungsgröße schnell im mittleren vierstelligen Bereich liegen. Da oft die Zahlungsunfähigkeit des Mieters Grund für die Zwangsräumung ist, besteht die Gefahr, dass Sie auf ebendiesem Vorschuss sitzenbleiben. Aufgrund des reduzierten Arbeitsaufwands für den Gerichtsvollzieher bei der Berliner Räumung sind die Kosten, die zunächst Sie als Vermieter in Form des Vorschusses tragen, deutlich geringer. Zudem können Sie, da Sie selbst die Räumung und Verwertung verantworten, den Prozess beschleunigen.

So verläuft die Räumung nach Berliner Modell

Durch das eingeforderte Vermieterpfandrecht kommen die Gegenstände, die sich im Haushalt des Mieters finden, in Ihren Besitz. Sie können also Ihr Pfandrecht für Mietschulden und entstandene Kosten geltend machen.

Was geschieht mit dem Hausrat?
  • Eigentum anderer herausgeben
    Gegenstände, die nicht dem Mieter allein gehören, also etwa von ihm gemietet oder auf Raten gekauft sind, müssen vom Vermieter aufbewahrt und an den Eigentümer herausgegeben werden.
  • pfändbar vs. unpfändbar
    Zu den Dingen, die für Sie als Vermieter pfändbar sind, gehören beispielsweise Inhaberpapiere, Schmuck oder Möbel. Zu verwahren, doch unpfändbar sind die Dinge des privaten Gebrauches oder Hausgebrauchs. Dazu zählen zum Beispiel Haushaltsgeräte oder Kleidung.
  • Fristen zur Aufbewahrung
    Alle Dinge – außer offensichtlichem Abfall – müssen einen Monat lang aufbewahrt werden. Innerhalb dieser Frist müssen Sie der Herausgabepflicht an den Mieter nachkommen.
  • Anschließende Verwertung
    Ist die Frist verstrichen, können Sie als Vermieter unpfändbare Dinge, die Sie als nicht verwertbar erachten, vernichten. Pfändbare Gegenstände werden öffentlich versteigert, unpfändbare verwertbare Dinge werden ebenfalls durch Verkauf oder Versteigerung verwertet.
Was sollte bei einer Berliner Räumung beachtet werden?

In Ermangelung eines Gerichtsvollziehers bei der Verwertung des Hausrats ist die Pfändbarkeit einzelner Gegenstände ein häufiger Streitpunkt bei der Berliner Räumung. Verwahren Sie unpfändbare Gegenstände nicht ordnungsgemäß, veräußern oder vernichten sie, hat der Mieter einen Schadensersatzanspruch. Die Räumung nach Berliner Modell bietet sich deshalb besonders an, wenn der Mieter zahlungsunfähig ist. Dann bekommen Sie die Kosten für Räumung, Verwahrung und Verwertung des Hausrats durch den Gerichtsvollzieher mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erstattet, und können mit der Berliner Räumung einen Großteil dieser Kosten einsparen. Auch ist der Hausrat des Mieters in diesem Fall meist von geringem Wert, weshalb die Verwertung einfach geregelt werden kann. Da Sie nach dem Berliner Modell selbst die Verantwortung dafür übernehmen, müssen Sie allerdings in höherem Maße aktiv werden.

Haben Sie Fragen?

Wir beraten Sie gerne. Der Anruf ist für Sie kostenlos.

Telefon
0800 505 45 87

(Mo., Di., Mi., Fr. 8:00 bis 17:00 Uhr und Do. 8:00 bis 19:00 Uhr)

Fax
0180 573 33 77

(0,14 €/Min aus dem deutschen Festnetz im Mobilfunkbereich maximal 0,42 €/Min)

Zum Kontaktformular Zur Kontaktübersicht