Was Sie zum Erbvertrag wissen müssen
Was Sie zum Erbvertrag wissen müssen

Erbvertrag

Ganz gleich, ob es sich um persönliche Gegenstände, Geld oder Immobilien handelt: Wer bereits zu Lebzeiten alle Vorbereitungen trifft, erspart den Hinterbliebenen unschöne Erbstreitigkeiten. Besonders für größere Vermögenswerte sollten Sie Ihren Nachlass deshalb rechtzeitig regeln. Bei der Weitergabe von Immobilien stellt sich die Frage, in welchem Fall Schenkung, testamentarische Nachlassregelung oder Erbvertrag sinnvoll sind.

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Den Nachlass richtig regeln

Ganz gleich, ob es sich um persönliche Gegenstände, Geld oder Immobilien handelt: Wer bereits zu Lebzeiten alle Vorbereitungen trifft, erspart den Hinterbliebenen unschöne Erbstreitigkeiten. Besonders für größere Vermögenswerte sollten Sie Ihren Nachlass deshalb rechtzeitig regeln. Bei der Weitergabe von Immobilien stellt sich die Frage, in welchem Fall Schenkung, testamentarische Nachlassregelung oder Erbvertrag sinnvoll sind.

Nur handschriftlich wirksam: Das Testament

Als Hausbesitzer können Sie mit dem letzten Willen die Weitergabe Ihres Eigentums regeln. Jeder, der im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten und mindestens 18 Jahre alt ist, darf sein Testament auch ohne Notar aufsetzen. Die notarielle Beglaubigung schafft unstreitbare Tatsachen, sodass Sie Ihr Erbe so deutlich sicherer regeln können. Beachten Sie beim Verfassen eines Testaments:

  • Formulieren Sie eine klare Überschrift: „Testament“ oder „Letzter Wille“
  • Machen Sie genaue Angaben über Erblasser, Erben, Ort und Datum
  • Definieren sie verpflichtende Auflagen, die bei Nichterfüllung das Erbrecht entziehen
  • Testamente müssen handschriftlich angefertigt werden, solange es die körperliche Gesundheit zulässt
  • Es ist in Deutschland unzulässig, an Tiere zu vererben
  • Prüfen Sie das Testament regelmäßig, insbesondere in Bezug auf gesetzliche Änderungen
  • Bewahren Sie das Testament sicher auf und teilen Sie niemandem den Aufbewahrungsort mit

Wurde kein letzter Wille verfasst, greift die gesetzliche Erbfolge. Diese regelt die Weitergabe von Besitz nach dem Verwandtschaftsgrad. So zählen per Gesetz Kinder, Enkel und schließlich Urenkel zu den Erben erster Folge, die Eltern, Geschwister und schließlich Neffen und Nichten zur zweiten Ordnung.

Von Freibeträgen profitieren: Die Schenkung

Eine Schenkung regelt die Übertragung zu Lebzeiten und bietet den Vorteil steuerlicher Freibeträge. Diese richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad und können einmal pro Dekade ausgeschöpft werden.

Ehegatte/Partner 500.000 Euro
Kind, Enkel (verstorbene Eltern) 400.000 Euro
Enkel 200.000 Euro

Bei anderen potenziellen Beschenkten wie Geschwistern, Schwiegereltern- und Kindern, Nichten, Neffen oder nicht verwandten Erben beläuft sich der Freibetrag auf 20.000 Euro. Liegt die Schenkung über dem Freibetrag, wird je nach Wert und Erbschaftssteuerklasse ein Steuersatz auf die überschreitende Summe erhoben. Die Steuerklasse richtet sich nach familienrechtlicher Nähe und Höhe des Vermögens und kann zwischen 7 und 50 Prozent liegen.
Zusätzlich gilt bei der Schenkung:

  • muss nicht notariell beglaubigt werden
  • bei Verarmung ist Rückforderung möglich
  • bei Immobilien sollte Nießbrauch vertraglich geregelt werden

Notariell beglaubigt: Der Erbvertrag

Anders als bei einem Testament muss die Nachlassregelung durch einen Erbvertrag notariell beglaubigt werden und von beiden Parteien Zustimmung erhalten. Inhaltlich ist hingegen wenig vorgegeben. So können eine komplette Erbfolge, Teilaspekte oder die Erbringung einer Gegenleistung festgehalten werden. Innerhalb des Erbvertrages sind bindende und nicht bindende Verfügungen zu unterscheiden.
Bindende Verfügungen: Diese brechen auch die gesetzliche Erbfolge und können selbst vom Erblasser nach Vertragsabschluss nicht mehr geändert werden.
Nicht-bindende Verfügungen: Dabei handelt es sich beispielsweise benannte Testamentsvollstrecker, Pfleger oder Vormunde, die Entziehung des Pflichtteils oder Angaben zur Aufteilung des Erbes.

Die Vermächtnisnehmer eines Erbvertrages müssen klar bezeichnet werden. Als Erblasser sollten Sie dringend auch die Benennung von Ersatzerben erwägen. Sollte die ursprünglich eingesetzten Erben beispielsweise versterben, muss der tatsächliche Erbe andernfalls mutmaßlich durch die Auslegung des Erbvertrags bestimmt werden. Die starke Bindung für alle Beteiligten setzt eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Punkten des Erbvertrags voraus. Aufhebung oder Ersatz durch einen neuen Erbvertrag können nur erfolgen, wenn alle Beteiligten zustimmen.

Erbschaftssteuer

Bei einer Erbschaft gelten die gleichen Steuersätze und Freibeträge wie bei einer Schenkung. Die Erbschaftssteuer wird mit dem Erbfall fällig, doch kann beim Finanzamt eine Stundung beantragt werden. Dazu sind eine Vermögensauskunft sowie ein Plan zur Abbezahlung nach Ablauf des Stundungszeitrahmens nötig.

Im Regelfall wird dem Antrag nicht stattgegeben, wenn der Erbe in der Lage ist, das Geld für die Steuer zu beschaffen. Aus Sicht des Finanzamtes ist in diesem Rahmen auch eine gewisse zeitweise Verschuldung zur Erbringung der Erbschaftssteuer tragbar. Die Zahlungsfrist nach Erhalt des Steuerbescheides beträgt in der Regel einen Monat. Es kann allerdings eine Fristverlängerung beantragt werden – in Einzelfällen kann sich diese auf bis zu zehn Jahre belaufen.

Die Zahlung einer Erbschaftssteuer entfällt bei Häusern, wenn die Erben Lebenspartner oder Ehegatten sind, welche die Immobilie selbst bewohnen und auch in der nächsten Dekade wohnhaft bleiben. Dies gilt auch für beerbte Kinder, solange die Wohnfläche des Hauses eine Gesamtgröße von 200 Quadratmetern nicht übersteigt.

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