Kündigungsgründe des Vermieters
Kündigungsgründe des Vermieters

Welche Kündigungsgründe kann ein Vermieter nennen?

Wenn Sie die Miete nicht zahlen, müssen Sie mit einer Kündigung rechnen. Auch Mietern, die ihre Wohnung vernachlässigen, darf der Vermieter kündigen. Welche weiteren Gründe zu einem Ende Ihres Mietverhältnisses führen können, erfahren Sie hier.

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Welche Kündigungsgründe kann ein Vermieter nennen?

Als Mieter sind Sie vor willkürlichen Kündigungen geschützt. Das Gesetz nennt aber eine Reihe von Gründen, aus denen der Vermieter kündigen darf. Von Eigenbedarf und Mietrückstand bis zur vernachlässigten Wohnung.

Kündigungsgründe des Vermieters – Was Sie als Mieter wissen sollten

Mieter sind in Deutschland vor willkürlichen Kündigungen geschützt. Mit einem unbefristeten Mietvertrag können Sie so lange in Ihrer Wohnung wohnen, bis Sie selbst das Mietverhältnis beenden möchten. Gründe müssen Sie als Mieter für eine Kündigung nicht angegeben. Anders sieht es für den Vermieter aus: Er darf Ihnen nur kündigen, wenn er ein "berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses" (§ 573 BGB) hat.

Ordentliche Kündigung nur bei berechtigtem Interesse

Die Wohnung kündigen, um anschließend die Miete zu erhöhen – das ist laut Mietrecht ausgeschlossen. Es gibt aber andere Gründe für eine ordentliche Kündigung, die Sie als Mieter kennen sollten:

  • Vertragsverletzungen, z.B. Überbelegung der Wohnung, wiederholt verspätete Mietzahlungen oder Verstöße gegen die Hausordnung.
  • Eigenbedarf für nahe Verwandte wie Kinder, Eltern oder Ehepartner sowie Haushaltsangehörige des Vermieters.
  • Wirtschaftliche Gründe wie eine geplante Sanierung oder der Abriss des Gebäudes.

Je nach Dauer Ihres Mietverhältnisses stehen Ihnen als Mieter in diesen Fällen Kündigungsfristen zwischen drei und neun Monaten zu. Begehen Sie als Mieter schwere Vertragsverletzungen, droht statt einer ordentlichen Kündigung hingegen eine fristlose Kündigung.

Fristlose Kündigung bei Zahlungsverzug oder schweren Pflichtverletzungen

Bereits für eine ordentliche Kündigung muss der Vermieter ein berechtigtes Interesse nachweisen. Noch enger sind die Grenzen für fristlose Kündigungen gesetzt. Wenn Sie ein Kündigungsschreiben erhalten mit der Aufforderung, die Wohnung innerhalb von zwei bis drei Wochen zu räumen, sollten Sie die angegebenen Gründe deshalb sorgfältig prüfen.

Zulässige Gründe für eine fristlose Beendigung des Mietverhältnisses sind unter anderem:

  • Mietrückstand von mehr als zwei Monatsmieten
    Zahlt ein Mieter zwei Monate hintereinander keine Miete, darf der Vermieter fristlos kündigen. Das gilt auch, wenn Sie als Mieter über mehr als zwei Monate nur einen Teil der Miete zahlen. Sobald sich die geschuldete Summe auf die Höhe von zwei Monatsmieten addiert, ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt. Sollte sich abzeichnen, dass Sie in Zahlungsverzug geraten, sollten Sie rechtzeitig das Gespräch mit Ihrem Vermieter suchen.
  • Schwere Verstöße gegen die Hausordnung
    Wenn ein Mieter mehrfach gegen die Hausordnung verstößt, rechtfertigt dies eine fristlose Kündigung des Vermieters. Aber nicht jede Regelung in der Hausordnung ist wirksam. Flattert Ihnen als Mieter eine Kündigung ins Haus, lohnt deshalb die Prüfung. Zudem muss der Vermieter Sie zuvor auf Ihren möglichen Verstoß hinweisen, etwa mit einer Abmahnung. Zulässige Kündigungsgründe sind ständige Lärmbelästigung oder die nachhaltige Weigerung, Pflichten wie Gartenpflege oder das Putzen im Treppenhaus zu erfüllen.
  • Beleidigungen oder aggressives Verhalten gegenüber dem Vermieter
    Niemand lässt sich gern beschimpfen oder beleidigen. Wenn ein Mieter gegenüber dem Vermieter oder dessen Angestellten ausfällig wird, ist das sogar ein Kündigungsgrund. Bei körperlichen Angriffen darf der Vermieter das Mietverhältnis ebenfalls fristlos beenden.
  • Vernachlässigung oder Gefährdung der Wohnräume
    Laut Mietrecht muss es in der Wohnung nicht picobello aussehen. Um dem Vermieter keinen Kündigungsgrund zu geben, sollten Mieter die Räume aber nicht vernachlässigen. Mögliche Gründe für eine fristlose Kündigung können zum Beispiel große Mengen an Müll und Gerümpel in der Wohnung sein. Auch Schimmel und Feuchteschäden, die durch unzureichendes Heizen und Lüften entstehen, sind Kündigungsgründe für den Vermieter.
  • Unerlaubte Untervermietung, unerlaubte Umbauten in der Wohnung
    Bauliche Veränderungen sollten Sie als Mieter immer erst mit dem Vermieter abklären. Auch wenn Sie Ihre Wohnung oder einzelne Räume untervermieten oder an Dritte überlassen möchten, ist eine Absprache dringend anzuraten. Andernfalls kann dies für den Vermieter ein Kündigungsgrund sein.

Widerspruchsrecht – Was tun, wenn die Kündigung da ist?

Auch wenn der Vermieter berechtigte Gründe für die Kündigung geltend macht, lässt sich der erzwungene Auszug unter Umständen noch verhindern. Falls die Kündigung für Sie als Mieter eine besondere Härte darstellt, können Sie sich auf die Sozialklausel in § 575 BGB berufen. Das heißt: Sie haben ein Widerspruchsrecht und können eine Fortsetzung Ihres Mietverhältnisses verlangen.

Folgende Umstände können einen Härtefall begründen:

  • Sehr lange Mietdauer
  • Hohes Alter des Mieters
  • Schwangerschaft
  • Schwere körperliche oder psychische Erkrankung
  • bevorstehendes Examen

Tipp:

Bei einer Schwangerschaft, wichtigen Prüfungen oder fehlendem Ersatzwohnraum schützt die Sozialklausel in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum. Sie können aber eine Verlängerung der Kündigungsfrist geltend machen.

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