Passende Mieter auswählen
Passende Mieter auswählen

Mieterauswahl

Tipps, wie Sie passende Mieter auswählen: Viele Vermieter gehen bei der Auswahl neuer Mieter zu sorglos vor. Um Mietausfällen und Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen, sollten Sie nicht nur auf Ihr Bauchgefühl achten.

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Mieter auswählen – wie Vermieter am besten vorgehen

Sympathie und überprüfbare Fakten: Vermieter haben verschiedene Möglichkeiten, die Zuverlässigkeit und Solvenz künftiger Mieter zu prüfen. Wir haben für Sie die wichtigsten Aspekte für eine gelungene Mieterauswahl zusammengefasst.

Mieter auswählen – nach welchen Kriterien sollten Vermieter vorgehen?

Die Auswahl neuer Mieter erweist sich oft als schwierig. Insbesondere private Vermieter verlassen sich gern auf ihre Menschenkenntnis und vernachlässigen überprüfbare Fakten. Wer gesicherte Einnahmen erzielen möchte, sollte zur Mieterauswahl aber unbedingt objektive Kriterien heranziehen. So erkennen Sie risikobehaftete Bewerber und verhindern ärgerliche Mietausfälle. Letztlich garantieren Sie auch ein gutes Mietverhältnis. Die wichtigsten Schritte auf einen Blick:

  1. Klären Sie, welche Zielgruppe am besten zu Ihrer Immobilie passt.
  2. Vereinbaren Sie individuelle Besichtigungstermine.
  3. Schaffen Sie Klarheit durch gezielte Fragen.
  4. Fordern Sie schriftliche Nachweise für die Solvenz des Bewerbers.

Welcher Mieter passt zu Ihrer Immobilie?

Eine der ersten Überlegungen bei der Auswahl neuer Mieter betrifft die Frage, für wen die angebotene Immobilie attraktiv ist und welcher Mieter zu den anderen Bewohnern passt. Singles, gutverdienende Paare, Familien – erstellen Sie ein klares Anforderungsprofil. In einem Haus mit vielen jungen Leuten ist beispielsweise beim Zuzug von Senioren meist Ärger vorprogrammiert oder die ausgewählten Mieter kündigen bald wieder. Eine relativ homogene Hausgemeinschaft begünstigt dagegen ein langes und unkompliziertes Mietverhältnis. Unser Tipp:

  • Inserieren Sie Ihren Wohnraum zielgruppengerecht

Studenten, junge Leute und besser Verdienende suchen in der Regel über Immobilienportale. Senioren und Mieter mit traditionellen Werten schauen eher auf die Immobilienanzeigen in der regionalen Tageszeitung. Beschreiben Sie im Inserat, welche Merkmale Ihre Immobilie für die angesprochene Zielgruppe attraktiv macht, etwa eine kinderfreundliche Nachbarschaft, ein gehobenes Wohnquartier oder eine seniorengerechte Ausstattung. Machen Sie auch Angaben zu den Bewerbungsunterlagen, die Interessenten zum Besichtigungstermin mitbringen sollten.

Worauf kommt es beim Besichtigungstermin an?

Der wichtigste Termin, wenn es darum geht, einen persönlichen Eindruck von potenziellen Mietern zu bekommen, ist die Wohnungsbesichtigung. Als Vermieter können Sie sich hier ein gutes Bild davon machen, etwa in Bezug auf Pünktlichkeit, Sorgfalt (sind die geforderten Unterlagen vollständig?) und soziale Umgangsformen. Unser Tipp:

  • Vereinbaren Sie Termine mit einer überschaubaren Zahl an Bewerbern
    Bei Massenbesichtigungen gewinnen Sie nur schwer einen persönlichen Eindruck von den Interessenten.
  • Sichern Sie sich ab und überreichen Sie jedem Bewerber eine Mieterselbstauskunft. Vordrucke gibt es kostenlos im Internet. Bitten Sie ergänzend um Einkommensnachweise und eine Bescheinigung über die Mietschuldenfreiheit. Legt ein Bewerber diese Unterlagen vor, spricht das für seine Zuverlässigkeit und Solvenz. Kommt ein Interessent in die engere Wahl, können Sie die Bonität zusätzlich mit einer Schufa-Auskunft prüfen.

Welche Fragen sind beim Besichtigungstermin sinnvoll – und welche zulässig?

Bei der Mieterauswahl geht es um eine bestmögliche finanzielle Sicherheit für Sie als Vermieter - und um ein harmonisches Mietverhältnis. Neben Soft Skills wie Zuverlässigkeit und Kooperationsfähigkeit sollten Sie im Gespräch mit dem Bewerber auch einige Hard Facts prüfen. Dazu gehört die finanzielle Situation ebenso wie Hobbys und Gewohnheiten des Mietinteressenten, die Folgen für die anderen Hausbewohner haben könnten. Durch gezielte Fragen verschaffen Sie sich Klarheit. Allerdings: Nicht alle Fragen sind gemäß dem Mietrecht zulässig.

Diese Fragen dürfen Sie dem Mietinteressenten stellen:

  • Welchen Beruf üben Sie aus?
  • Wer ist Ihr Arbeitgeber?
  • Wie hoch ist Ihr monatliches Einkommen?
  • Bestehen offene Forderungen aus Ihrem derzeitigen Mietverhältnis?
  • Besteht ein Rechtsstreit mit dem bisherigen Vermieter?
  • Läuft eine Lohnpfändung gegen Sie?

Antwortet ein Bewerber auf zulässige Fragen mit der Unwahrheit, kann der Vermieter das Mietverhältnis später anfechten. Falsche Angaben zum Einkommen rechtfertigen eine Kündigung.

Fragen zu Themen im Bereich der Privatsphäre sind nicht zulässig:

  • Schwangerschaft, sexuelle Ausrichtung, Krankheiten
  • ethnische Herkunft
  • Religionszugehörigkeit
  • Hobbys und Musikinstrumente
  • Mitgliedschaft in einem Mieterverein

Um einen Mietinteressenten zu beurteilen, sind diese Fragen selbstverständlich sinnvoll. Als Vermieter haben Sie aber kein Anrecht auf eine wahrheitsgemäße Antwort. Stellen Sie einem Bewerber unzulässige Fragen, darf dieser die Antwort ablehnen. Auch unwahrheitsgemäße Angaben bleiben juristisch folgenlos.

Unser Praxistipp zum Schluss: Welche Mieter Sie auswählen, ist eine freie Entscheidung, für die Sie keine Begründung abgeben müssen. Äußern Sie sich deshalb gegenüber Bewerbern nicht zu Ihren Kriterien für die Mieterauswahl. Immer öfter deuten Interessenten solche Äußerungen als diskriminierend und leiten daraus Ansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ab. Ein teurer Rechtsstreit droht.

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