So können sich Eigentürmer vor Mietnomaden schützen
So können sich Eigentürmer vor Mietnomaden schützen

Mietnomaden

Mietnomaden sind ein zunehmendes Problem. Vor allem private Vermieter verlieren wertvolle Zeit, bevor sie aktiv werden. Wir geben Tipps, wie Sie sich schützen, Mietrückstände einfordern und rechtlich gegen Betrüger vorgehen.

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So können sich Eigentümer vor Mietnomaden schützen und gegen Mietrückstände vorgehen

Betrügerische Mietnomaden kosten Vermieter viel Geld und Nerven. Neben Mietrückständen drohen hohe Anwalts- und Gerichtskosten. Erfahren Sie hier, wie Sie sich schützen und im Ernstfall richtig reagieren.

Mietnomaden erkennen und loswerden – Tipps für Vermieter

Eine Wohnung mieten mit dem Vorsatz, niemals Miete zu zahlen – nach Schätzung des Eigentümerverbands Haus und Grund gibt es rund 15.000 solcher Mietnomaden in Deutschland. Belegen lässt sich diese Zahl nicht, aber Tatsache ist, dass immer mehr Vermieter zum Opfer von Betrügern werden. Häufig räumen diese erst nach einem Gerichtsurteil die Wohnung und hinterlassen immense Kosten aus Mietrückständen, Anwalts- und Gerichtsgebühren. Im schlimmsten Fall ist zusätzlich eine Renovierung der Räume erforderlich.

Ab wann spricht man von Mietrückstand?

In der Regel (§ 556b BGB) ist die Mietzahlung am 3. Werktag des Monats fällig. Ist das Geld bis zu diesem Datum nicht auf dem Konto des Vermieters eingegangen, befindet sich der Mieter juristisch im Mietrückstand. Von einem "nicht unerheblichen" Mietrückstand spricht man auch, wenn der Mieter in zwei aufeinanderfolgenden Monaten nur teilweise zahlt. Gemäß § 569 Abs.3 BGB ist in diesen Fällen eine fristlose Kündigung gerechtfertigt, sobald der rückständige Teil die Miethöhe für einen Monat übersteigt. Zur Miete gehören dabei alle Zahlungen, die Ihnen als Vermieter monatlich zustehen. Das heißt, neben der Grundmiete fließen auch Garagen- oder Stellplatzmiete sowie die Betriebskosten in die Berechnung ein.

Ab wann sollten Vermieter aktiv werden – und welche rechtlichen Mittel gibt es?

Speziell für private Vermieter kann ein Mietrückstand schnell finanziell bedrohlich werden. Darum ist es wichtig, bei Mietrückständen zügig zu reagieren. Was Sie tun können, hängt von der Höhe der ausstehenden Mietzahlungen ab.

  • Beim Rückstand von einer Monatsmiete empfiehlt es sich, eine Abmahnung zu schicken. Setzen Sie eine Frist von 10 Tagen zur Zahlung. Ignoriert der Mieter dies, dürfen Sie eine ordentliche Kündigung aussprechen.
  • Ist der Mieter bereits zwei Monatsmieten im Rückstand, können Sie fristlos kündigen (§ 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB). Anschließend hat der Mieter 14 Tage Zeit, um die Wohnung zu räumen.
  • Ignoriert der Mieter Ihre Kündigung, können Sie nach weiteren zwei Wochen eine Räumungsklage einreichen. Hier müssen Sie allerdings in Vorleistung gehen. Wie lange das Verfahren dauert, hängt vom Gericht und dem Verhalten des Mieters ab. Wenn dieser sich wehrt und Widerspruch einlegt, ergeht ein rechtskräftiges Urteil oft erst nach 14 bis 16 Monaten. Für die Räumung hat der Mieter dann in der Regel nochmals 14 Tage Zeit.

Zügiger geht es mit einem sogenannten Urkundsprozess. Dieses Verfahren beruht nur auf schriftlichen Urkunden wie dem Mietvertrag und (möglichst lückenlosen) Kontoauszügen. Dadurch haben Mietnomaden weniger Möglichkeiten, den Prozess zu verschleppen.

Potentielle Mietnomaden schon beim Besichtigungstermin identifizieren

Der beste Schutz gegen Alptraum-Mieter ist es, diesen gar nicht erst die Schlüssel zu Ihrer Wohnung zu übergeben. 100-prozentige Sicherheit lässt sich zwar nicht erlangen, aber auf diese Vorsichtsmaßnahmen sollten Sie achten:

  • Prüfen Sie die Bonität des Interessenten (Aktuelle Gehaltsnachweise bzw. Einkommensteuerbescheide, Kontoauszüge)
  • Fordern Sie ein Schufa-Selbstauskunft. Besser noch: Führen Sie selbst eine Bonitätsprüfung bei der Schufa durch
  • Verlangen Sie eine Mietkaution
  • Kontaktieren Sie den Vorvermieter
  • Schließen Sie eine Mietausfall- und Rechtsschutzversicherung ab

Wichtig: Gleichen Sie die Nachweise miteinander ab. Die Adresse sollte zum Beispiel auf allen Dokumenten identisch sein. Falls Sie unsicher sind, lassen Sie sich auch den Arbeitsvertrag vorlegen und gegebenenfalls eine Bescheinigung des vorherigen Vermieters, dass keine Mietrückstände bestehen.

Expertentipp: So schnell wie möglich kündigen und klagen

Finanzielle Engpässe kann es bei jedem Mieter geben. In der Regel lassen sich diese im Einvernehmen lösen. Mietnomaden erkennen Sie daran, dass diese weder auf freundliche Zahlungserinnerungen reagieren noch auf eine Kündigung. Meist setzen die Miet-Betrüger gezielt auf die lange Dauer bis zum Räumungsurteil. Als Vermieter sollten Sie deshalb so schnell wie möglich kündigen und Klage einreichen. Wenn Ihre Existenz durch den Mietrückstand bedroht ist, haben Sie seit dem Jahr 2013 zudem die Möglichkeit, eine gerichtliche Sicherheitsanordnung zu erwirken. Diese verpflichtet den Mieter, innerhalb einer festgesetzten Frist eine finanzielle Sicherheit beim Gericht zu hinterlegen. Zahlt er die Sicherheit, können Sie dadurch Ihre Gerichtskosten etwas reduzieren. Versäumt er diese Frist, können Sie mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung eine beschleunigte Zwangsräumung durchführen.

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