Übersicht der Pflichten von Vermietern bei der Rauchmelderpflicht
Übersicht der Pflichten von Vermietern bei der Rauchmelderpflicht

Rauchmelderpflicht für Eigentümer

Bußgelder bis zu 50.000 Euro und Gefängnisstrafen wegen fahrlässiger Tötung: Das droht Hauseigentümern, wenn sie die Rauchmelderpflicht nicht einhalten. Worauf Vermieter dabei achten müssen, erfahren Sie hier.

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Das müssen Vermieter über die Rauchmelderpflicht wissen

Ein defektes Elektrokabel, eine brennende Kerze auf dem Adventskranz oder ein Küchentuch auf der heißen Herdplatte: Unachtsamkeiten führen zum Wohnungsbrand. 343 Menschen sind 2015 Rauch, Feuer und Flammen zum Opfer gefallen, schätzt das Statistische Bundesamt. Die meisten Menschen sterben dabei nicht direkt durch die Flammen, sondern durch das Einatmen von Brandrauch.

Kein Wunder also, dass immer mehr Bundesländer die Rauchmelderpflicht ausweiten. Für Neubauten gilt mittlerweile in allen Bundesländern die Rauchmelderpflicht. Anders bei Altbauten. Hier gelten noch Fristen für die Nachrüstung: Bayern (31. Dezember 2017), Berlin (31. Dezember 2020), Brandenburg (31. Dezember 2020) und Thüringen (31. Dezember 2018). Nach diesen Fristen müssen alle Wohngebäude mit den kleinen Engeln an den Zimmerdecken ausgestattet sein.

Achtung: Hauseigentümer sind für den Einbau von Rauchmeldern verantwortlich

Der Eigentümer ist für den Einbau des Rauchmelders verantwortlich – in diesem Punkt sind sich alle Bundesländer einig. Uneinigkeit hingegen herrscht beim Thema Wartung. Hier liegt die Verantwortung für eine jährliche Funktionsprüfung gemäß DIN 14676 nur in folgenden Bundesländern beim Eigentümer:

  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland

In Ländern wie Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen liegt die Verantwortung für die Wartung beim Mieter.

Hohe Strafen: Installieren Sie als Hauseigentümer rechtzeitig Rauchmelder

Installieren Sie als Hauseigentümer keine Rauchmelder, drohen Strafen: in Bremen mehrere hundert Euro Bußgeld, in Niedersachsen Geldbußen von bis zu 50.000 Euro. Auch im Brandfall wird es teuer. Sind keine Rauchdetektoren installiert, verweigern Versicherungen unter Umständen die Zahlung. Und es kann sogar Ihrer Freiheit an den Kragen gehen. Fällt ein Mieter einem Feuer zum Opfer, landen Sie als Hauseigentümer schlimmstenfalls wegen fahrlässiger Tötung im Gefängnis. Sie sollten also auf jeden Fall rechtzeitig Rauchmelder installieren. Ihr Mieter hat bereits Geräte montiert? Dann prüfen Sie diese unbedingt auf ihre Tauglichkeit nach DIN-Norm EN 14604. Mieter müssen diese Maßnahmen dulden und Zugang zur Wohnung gewähren.

Rauchmelder sind Pflicht in Schlafzimmer, Gästezimmer und Kinderzimmer

Alle Bundesländer sind sich einig, wo Rauchmelder hängen müssen: in allen Aufenthaltsräumen, in denen Menschen schlafen – dazu zählen auch Gästezimmer und Kinderzimmer. Zusätzlich müssen Eigentümer die Warnmelder in Fluren anbringen, die als Fluchtweg von diesen Zimmern wegführen. Und im Wohnzimmer? Dort schadet es nicht, einen Rauchmelder zu installieren, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Pflicht ist es aber nicht. Denn im wachen Zustand ist die Nase in der Regel ein ausreichender Rauchdetektor.

Diese Rauchmelder dürfen Sie nutzen

Wenn Sie einen Rauchmelder suchen, gilt zu beachten: Die Geräte müssen der europäischen DIN-Norm EN 14604 entsprechen. Das bedeutet: Die Lautstärke des Alarmtons muss mindestens 85 dB (A) betragen. Das Gerät muss zudem einen Testknopf für die Funktionsüberprüfung haben und Warnsignale müssen auf einen niedrigen Batteriestand hinweisen – 30 Tage, bevor die Batterie leer ist. Empfehlenswerte Rauchmelder tragen oftmals zusätzliche Gütesiegel, etwa das TÜV- oder VdS-Prüfzeichen.

Billiggeräte für wenige Euro sollten Sie meiden. Ihre Batterien halten meist nur zwei bis drei Jahre. Es entsteht also ein relativ hoher Wartungsaufwand. Denn etwas hochwertigere Modelle – die ab etwa 20 Euro erhältlich sind – halten bis zu zehn Jahre mit einer Batterie durch. Sie lassen sich in vielen Fällen zudem über Funk vernetzen. Das hat den Vorteil, dass im Brandfall auch Warnmelder der anderen Hausbewohner anspringen. Mittlerweile gibt es sogar internetfähige Geräte. Sie lassen sich aus der Ferne überprüfen.

So installieren Sie Rauchmelder richtig
  • Montieren Sie den Rauchmelder in der Mitte des Raumes an der Zimmerdecke, mindestens einen Meter von der nächsten Lampe entfernt.
  • Halten Sie Abstand zu Klima- und Lüftungsauslässen. Diese erzeugen Zugluft und verhindern, dass der Rauch das Gerät erreicht.
  • In Zimmern mit Dachschrägen sollten Sie den Detektor rund 50 Zentimeter unterhalb des höchsten Punktes anbringen. An der Deckenspitze bilden sich Wärmepolster, die Rauch vom Detektor fernhalten.
  • Überschreitet die Raumfläche 60 Quadratmeter, müssen Sie einen weiteren Rauchmelder installieren – übrigens auch dann, wenn Sie Möbel oder Aufstellwände als Raumtrenner nutzen.
Installieren Sie den Rauchmelder selbst, sind Sie dafür verantwortlich, dass er richtig funktioniert.

Alternativ können Sie eine Fachfirma konsultieren, welche die Montage übernimmt und für die Funktionsfähigkeit bürgt.

So können Sie Rauchmelder finanzieren

Die Installation von Rauchmeldern in vielen Wohnungen gleichzeitig belastet das Portemonnaie. Die gute Nachricht: Die Montage gilt als Modernisierungsmaßnahme. Sie haben daher das Recht, einen Teil der Kosten auf die Miete umzulegen. Die Mieterhöhung darf allerdings höchstens elf Prozent der Montagekosten betragen.

Es gibt auch eine Alternative zum Kauf: Viele Unternehmen – darunter Ablesefirmen, Schornsteinfeger und Heizungsbauer – bieten Mietgeräte an. Sie zahlen dann nur wenige Euro pro Jahr und Gerät und profitieren von Zusatzservices – etwa von einer regelmäßigen Wartung und einem rechtzeitigen Austausch defekter Geräte.

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In vielen Bundesländern herrscht für Neubauten bereits Rauchmelderpflicht. Diese Regelung wird jetzt auch für Altbauten nach und nach eingeführt. Jedes Bundesland hat unterschiedliche Fristen und Regelungen, was die Rauchmelderpflicht anbetrifft. Was Vermieter und Mieter beim Anbringen eines Rauchmelders beachten müssen. Ob Sie die Kosten von Rauchmeldern zum Beispiel durch eine Modernisierungsmieterhöhung abrechnen können, erklären wir Ihnen hier.