Was bringt die neue Trinkwasserverordnung für Veränderungen mit sich?
Was bringt die neue Trinkwasserverordnung für Veränderungen mit sich?

Neue Trinkwasserverordnung:
Für Vermieter steigen die Kosten

Die Qualität des Leitungswassers in Deutschland ist sehr gut. Damit das so bleibt, sieht die neue Trinkwasserverordnung für Vermieter noch umfassendere Kontrollen vor. Worauf Sie achten müssen und welche Kosten auf Sie zukommen.

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Neue Trinkwasserverordnung: Für Vermieter steigen die Kosten

Ihre Mieter haben ein Anrecht auf sauberes Wasser. Um gesundheitliche Risiken auszuschließen, schreibt die Trinkwasserverordnung für Sie als Vermieter zahlreiche neue Pflichten vor – von der Legionellenprüfung bis zur umfassenden Wasseranalyse für Brunnenbesitzer.

Trinkwasserverordnung verpflichtet Vermieter zu stärkeren Kontrollen

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel – so formuliert es das Umweltbundesamt und leitet daraus umfassende Aufgaben für Vermieter ab. Tatsächlich brauchen sich Mieter in Deutschland in der Regel keine Sorgen um die Qualität ihres Leitungswassers machen. Um gesundheitliche Risiken auszuschließen, schreibt die neue Trinkwasserverordnung für Vermieter, Verwalter und WEGs aber verstärkte Kontrollen vor. Neben Legionellen müssen Sie als Vermieter die Prüfung von bis zu 60 weiteren chemischen und mikrobiotischen Parametern durchführen.

Warum gibt es die Trinkwasserverordnung – und welche Vorgaben enthält sie?

Wasserqualität ist ein wichtiges Thema – nicht nur für Versorger, die mit der Aufbereitung unseres Trinkwassers zu tun haben. Um die gestiegenen Qualitätsanforderungen zu gewährleisten, nimmt die Trinkwasserverordnung auch Vermieter immer stärker in die Pflicht. Denn Sie verteilen das Wasser an Ihre Mieter und sind deshalb für die gesundheitliche Unbedenklichkeit mitverantwortlich.

Bereits 2011 wurde die Legionellenprüfung für viele Mehrfamilienhäuser verpflichtend. Im Jahr 2018 ist wieder eine veränderte Trinkwasserverordnung (TVO) in Kraft getreten – seit Anfang 2019 haben die Vorgaben nun praktische Relevanz. Ziel der neuen Regelung ist es, den Schutz der Bewohner vor Keimen und chemischen Verunreinigungen im Wasser nochmals zu verbessern. Dazu wurden die Prüfkriterien erheblich ausgeweitet.

Trinkwasserverordnung: Für Vermieter mit Eigenanlage steigen Kosten besonders

Eine Verschärfung bedeutet die Trinkwasserverordnung speziell für Vermieter und WEGs, die ihr Trinkwasser aus einer Eigenanlage fördern. Denn seit dem Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung sind Sie als Vermieter zu deutlich umfassenderen Kontrollen verpflichtet. Maßgeblicher Faktor ist die Anlagengröße. Vermieter, die eine eigene Wasserversorgungsanlage betreiben, müssen ab 2019 im Wechsel verschiedene Laborleistungen beauftragen:

  • 1x jährlich eine Wasseranalyse mit 5 Parametern
  • Alle 3 Jahre eine Wasseranalyse mit 60 Parametern

Speziell die umfassenderen Analysen erfordern mehr Aufwand – und bringen deutlich höhere Kosten mit sich. Denn die "große" Wasseranalyse umfasst rund 60 mikrobiologische Parameter. Hinzu kommt ein Test auf chemische Pflanzenschutzmittel. Während das Umweltlabor für die jährliche Beprobung etwa 70 Euro in Rechnung stellt, geht diese erweiterte Analyse mit knapp 1.000 Euro gewaltig ins Portemonnaie.

Schutz vor Legionellen: Jährliche Untersuchung der Trinkwasserqualität

Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes erkranken jährlich bis zu 32.000 Menschen in Deutschland an einer Lungenentzündung, die durch Legionellen hervorgerufen wurde. Seit 2011 sieht die Trinkwasserverordnung (TVO) deshalb regelmäßige Legionellenprüfungen vor, wenn

  • der Warmwasserspeicher in Ihrer Immobilie mehr als 400l fasst oder
  • die Leitungen zwischen Speicher und Wasserhahn mehr als 3l Volumen haben.

In zahlreichen vermieteten Mehrfamilienhäusern besteht somit die Pflicht zur Legionellenuntersuchung. Mindestens einmal im Jahr müssen Sie als Vermieter dazu Wasserproben entnehmen und in einem zertifizierten Labor analysieren lassen. Da die beweglichen Stäbchenbakterien sich insbesondere in endständigen Leitungen und falsch betriebenen Installationssystemen gefährlich vermehren können, ist eine Beprobung an mindestens drei Stellen vorgeschrieben.

Tipp: Besonders wohl fühlen sich die Stäbchenbakterien bei Wassertemperaturen zwischen 20 und 45° Grad. Als Vermieter können Sie einem negativen Analyseergebnis deshalb vorbeugen, indem Sie vor der jährlichen Untersuchung die Leitungen einige Minuten aufheizen. Bei 60 Grad sterben Legionellen ab. Der Grenzwert beträgt 100 koloniebildende Einheiten pro 100ml Wasser.

Teurere Kontrollen, höhere Strafen

Die Kosten für eine Legionellenprüfung betragen zwischen 30 und 60 Euro je Wohnung – zuzüglich An- und Abfahrt. Selbst bei einem kleineren Mehrfamilienhaus entstehen Vermietern aus der Trinkwasserverordnung also schnell Kosten zwischen 200 und 400 Euro jährlich. Sie müssen die Rechnung aber nicht aus eigener Tasche zahlen: Die Kosten sind umlagefähig und dürfen somit in den Betriebskosten abgerechnet werden.

Auch als Brunnenbesitzer können Sie den zusätzlichen Kostenaufwand auf Ihre Mieter umlegen. Wenn eine "große" Wasseranalyse ansteht, ist eine kräftige Erhöhung der Betriebskosten vorhersehbar. Zudem rechnete das Gesundheitsamt die Kontrolle der Eigenanlagen vor Ort bisher pauschal ab. Mit der TVO-Änderung muss der Kostenaufwand jetzt gemäß Trinkwasserverordnung für Vermieter exakt ermittelt werden, einschließlich der Zeit für An- und Abfahrt.

Verstöße gegen die Trinkwasserverordnung können für Vermieter teuer werden. Es droht ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro. Wenn Sie zu einer Überprüfung des Trinkwassers verpflichtet sind, müssen Sie die Analyseergebnisse Ihren Mietern zudem schriftlich mitteilen. Es reicht hierfür ein gut sichtbarer Aushang im Hausflur.

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