Was Mieter selber zahlen müssen bei Wohnungsschäden
Was Mieter selber zahlen müssen bei Wohnungsschäden

Wohnungsschäden: Was muss der Mieter selbst bezahlen?

Schäden an der Mietwohnung stellen Mieter oft vor juristische Probleme. Und sie können teuer werden. Lesen Sie hier, welche Rechte Sie als Mieter haben – und wann Sie tatsächlich für verursachte Schäden zahlen müssen.

Sie sind interessiert an spannenden Beiträgen rund ums Haus?

In unserem Newsletter informieren wir Sie jeden Monat zu aktuellen Themen – natürlich kostenlos!

Wohnungsschäden: Was muss der Mieter selbst bezahlen?

Verursachen Sie als Mieter einen Schaden, ziehen Sie rasch den Unmut des Vermieters auf sich. Und stehen bisweilen vor enormen Kosten. Auch wenn Sie den Wohnungsschaden nachweisbar zu verantworten haben: Ohne Vorbehalt zahlen ist falsch.

Mieter gut informiert über Ansprüche bei Wohnungsschäden

Kerben im Parkett, Flecken auf dem Boden, defekte Fenstergriffe – wer eine Wohnung mietet, hinterlässt Spuren. Spätestens beim Auszug kommt es darüber oft zu Unstimmigkeiten. Viele Vermieter bemängeln bei der Wohnungsübergabe die Schäden und legen ihrem Mieter gleich eine ganze Liste an Forderungen vor.
Allerdings: Wer für während der Mietzeit entstandene Schäden aufkommen muss, ist rechtlich nicht immer leicht zu entscheiden. Häufig handelt es sich um typischen Verschleiß, die der Vermieter selbst zu tragen hat. Und selbst wenn Sie als Mieter über den normalen Gebrauch hinausgehende Schäden verursacht haben, sollten Sie nicht vorbehaltlos zahlen.

Welche Kosten übernimmt der Vermieter?

Die normale Abnutzung von Böden, Bädern und Einrichtung ist durch die Miete abgegolten. Für die Spuren von Verschleiß müssen Mieter also nicht gesondert aufkommen. Dübellöcher oder Abdrücke von schweren Möbeln auf dem Fußbodenbelag muss beispielsweise der Vermieter auf eigene Kosten beseitigen.

Typische Abnutzungsspuren:
  • Verblichene Fronten einer Einbauküche
  • Farbveränderungen an Fliesen und Laminatböden
  • Lackschäden am Fensterrahmen
  • Normale Abnutzung an Waschbecken, Badewanne und WC
  • Normaler Abrieb am Teppich

Gleichzeitig sind Sie als Mieter verpflichtet, schonend und sorgfältig mit der Ihnen überlassenen Mietsache umzugehen. Bei angebohrten Fliesen und Kratzspuren von Haustieren an den Türstöcken darf der Vermieter deshalb den Mieter zur Kasse bitten. Entscheidende Frage: Wären die Schäden durch einen umsichtigen vertragsgemäßen Gebrauch zu vermeiden gewesen?

Wann muss der Mieter selber zahlen?

Brandflecken im Teppichboden, Bohrlöcher in der Tür, ein zersprungener Badezimmerspiegel? Für Schäden, die nur durch Vorsatz oder fahrlässigen Gebrauch zu erklären sind, kann der Vermieter Schadenersatz fordern. Wahlweise als sogenannte Naturalrestitution, also den Ersatz durch ein Ersatzteil von gleicher Güte und Qualität, oder als konkreten Geldbetrag.

Häufiger Streitfall bei der Wohnungsübergabe: Schimmel auf Silikonfugen, Wänden oder Fensterrahmen. Ursächlich ist oft eine reduzierte Luftzirkulation durch moderne Wärmedämmung. Da Schimmel durch schlechte Lüftung begünstigt wird, müssen Mieter sich allerdings ein Mitverschulden anrechnen lassen. Entsprechend haften Sie für Schäden zumindest anteilig mit.

"Abzug Neu für Alt" reduziert Schadenersatz

Nässeschäden mitten im Wohnzimmer oder die Badewanne hat einen Sprung: In solchen Fällen können Sie sich als Mieter kaum aus der Verantwortung ziehen. Dennoch müssen Sie nicht für die vollen Kosten eines neuen Parkettbodens oder eine neue Wanne aufkommen. Im Mietrecht gilt der sogenannte "Abzug Neu für Alt".

Das bedeutet: Der ersatzpflichtige Mieter muss das beschädigte Objekt nur durch ein qualitativ gleichwertiges Teil ersetzen. Der Vermieter hat keinen Anspruch auf neuwertigen Ersatz. So will der Gesetzgeber verhindern, dass Vermieter sich auf Kosten ihrer Mieter eine neue Einrichtung finanzieren lassen. Lediglich bei Reparaturen muss der Mieter die vollen Handwerkerkosten statt dem Zeitwert zahlen.

Beispiel:

Der Mieter hat eine Tasse auf den Herd fallen lassen. Das Ceranfeld ist gesprungen. Angenommen, die Kochfläche war zum Zeitpunkt der Beschädigung fünf Jahre alt, muss der Mieter auch nur den entsprechenden Zeitwert ersetzen. Rund die Hälfte seiner Lebensdauer hat ein Herd nach fünf Jahren hinter sich. Entsprechend genügt als Ausgleich eine anteilige Zahlung von 50 Prozent für das neue Kochfeld.

Was passiert mit der Kaution?

Die Kaution ist eine Sicherheitsleistung für den Vermieter. Hinterlässt der Mieter die Wohnung beschädigt, darf er das Geld für notwendige Reparaturen einbehalten. Um unnötige Konflikte zu vermeiden, empfiehlt es sich, ein detailliertes Übergabeprotokoll zu erstellen. In der Praxis halten sich Vermieter aber nicht immer an die gesetzlichen Bestimmungen.

Ihre Rechte als Mieter:
  • Der Vermieter muss zunächst eine ausreichende Frist zur Regulierung gewähren.
  • Verrechnet der Vermieter die Kosten mit der Kaution, muss er seine Ansprüche mit Abrechnungen belegen.

Was tun, wenn der Vermieter den Schaden nicht behebt?

Haben Sie Ihrem Vermieter einen Schaden gemeldet, und nichts passiert? In diesem Fall haben Sie als Mieter ein Selbstbeseitigungsrecht. Sie dürfen die Reparatur selbst in Auftrag geben und die Kosten anschließend von der Miete abziehen. Alternative: Sie mindern die Miete und fordern Schadenersatz. Im Sinne eines guten Einvernehmens empfiehlt es sich aber, zunächst das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen.

Haben Sie Fragen?

Wir beraten Sie gerne. Der Anruf ist für Sie kostenlos.

Telefon
0800 505 45 87

(Mo., Di., Mi., Fr. 8:00 bis 17:00 Uhr und Do. 8:00 bis 19:00 Uhr)

Fax
0180 573 33 77

(0,14 €/Min aus dem deutschen Festnetz im Mobilfunkbereich maximal 0,42 €/Min)

Zum Kontaktformular Zur Kontaktübersicht