Wohnungsübergabe
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Wohnungsübergabe - 5 Tipps für Vermieter

Private Vermieter sind oftmals unsicher, was Sie bei einer Wohnungsübergabe beachten müssen. Sie möchten wissen, wie Sie Rechtssicherheit erlangen und worauf es beim Wohnungsübergabeprotokoll ankommt? Diese 5 Tipps helfen Ihnen weiter.

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Wohnungsübergabe – richtig planen und durchführen

Viele Vermieter gehen davon aus, dass Ihnen der Mieter die Wohnung in einem einwandfreien Zustand zurückgibt. Das ist jedoch oft nicht der Fall. Auch bei achtsamer Nutzung können Schäden entstehen, die eine Renovierung erforderlich machen. Und nicht immer kommen Mieter ihren vertraglichen Pflichten zu Schönheitsreparaturen nach. Die Wohnungsübergabe ist der letzte Moment, um Schadenersatzansprüche festzustellen und zu sichern.

Vom richtigen Zeitpunkt bis zum rechtssicheren Wohnungsübergabeprotokoll und der fristgemäßen Rückzahlung der Kaution – bei der Planung einer Wohnungsübergabe ist einiges zu beachten. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, Stress und das Kostenrisiko beim Mieterwechsel zu minimieren:

1. Den passenden Zeitpunkt für die Wohnungsübergabe wählen

Für Vermieter ist die Wohnungsübergabe ein Pflichttermin. Idealerweise erfolgt die Abnahme zeitnah zum Auszug. Empfehlenswert ist es auch, bereits ein bis zwei Wochen vor der endgültigen Wohnungsübergabe eine sogenannte Vorabnahme zu vereinbaren. So verschaffen Sie sich einen Überblick über den Zustand der Räume und können schon im Vorfeld auf fällige Schönheitsreparaturen hinweisen, die der Mieter bis zu Auszug organisieren muss.

Versäumen Sie den Termin zur Wohnungsübergabe, hat dies rechtliche und unter Umständen auch finanzielle Konsequenzen: Sie dürfen dann zum Beispiel die Kaution nicht zurückhalten, auch wenn Sie später Mängel an der Mietsache feststellen.

2. Neue mietrechtlichen Bestimmungen beachten

Beim Einzug in eine Wohnung gelten oft andere mietrechtliche Bestimmungen als beim Auszug einige Jahre später. Vermieter sind deshalb gut beraten, sich vor einer Wohnungsübergabe mit der aktuellen Rechtslage zu befassen. Nur so können Sie unwirksame Forderungen vermeiden.

Insbesondere zum Thema Schönheitsreparaturen hat die neuere Rechtsprechung alte Rechtsmeinungen ersetzt. Viele entsprechende Klauseln in älteren Mietverträgen sind deshalb ungültig. Gewöhnliche Gebrauchsspuren auf den Böden und abgenutztes Interieur in Küche und Bad muss der Vermieter heute zum Beispiel akzeptieren.

3. Ein aussagekräftiges Wohnungsübergabeprotokoll erstellen

Ein Wohnungsübergabeprotokoll ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Für Vermieter ist es aber unbedingt ratsam, beim Ein- und Auszug ein detailliertes Übergabeprotokoll zu erstellen. Aktuelle Zählerstände, Kratzer im Parkett, Anzahl der Schlüssel – all dies ist im Wohnungsübergabeprotokoll schriftlich dokumentiert.

Damit sowohl Sie als auch der Mieter Rechtssicherheit haben, sollte das Wohnungsübergabeprotokoll in zweifacher Ausführung vorliegen und von beiden Parteien unterschrieben sein. Neben allen relevanten Zählerständen ist es besonders wichtig, den Zustand von Fenstern, Böden und Türen zu dokumentieren. Falls eine Einbauküche zur Mietsache gehört, ist es empfehlenswert, die Geräte auf ihre Funktion zu testen. Zählen Sie auch nach, ob alle Schlüssel vollzählig sind.

Beim Wohnungsübergabeprotokoll handelt es sich um eine Urkunde, die auch vor Gericht Beweiskraft hat. Es gibt allerdings keine Vorschriften, wie das Dokument auszusehen hat. Sie können ein eigenes Formular zur Wohnungsübergabe erstellen oder kostenlose Vorlagen aus dem Internet nutzen. Wichtig: Bei reparaturbedürftigen Schäden ist es ratsam, zusätzlich Fotos zu machen.

4. Zusätzliche Rechtssicherheit durch Zeugen schaffen

Bei Unstimmigkeiten weigern sich Mieter oftmals, das Wohnungsübergabeprotokoll zu unterzeichnen. Im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung haben Sie dann Probleme mit der Beweisführung. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie einen Zeugen zur Wohnungsübergabe hinzuziehen und den Zustand der Räume durch Fotos dokumentieren.
Als Zeuge kommen übrigens auch Familienangehörige in Betracht. In einem Rechtsstreit gelten diese als neutrale Zeugen. Denn vor Gericht müssen selbstverständlich auch Ehepartner, Kinder oder Eltern die Wahrheit sagen.

5. Die Kaution fristgemäß zurückzahlen

Haben Sie im Wohnungsübergabeprotokoll bestätigt, dass Sie die Mietsache ordnungsgemäß zurückerhalten haben? Dann gibt es keinen Grund, die Kaution zurückzuhalten. Anders sieht es aus, wenn Sie Schäden in der Wohnung festgestellt haben. In diesem Fall dürfen Sie nach der Wohnungsübergabe einen Teil der Kaution einbehalten, um etwaige Schäden genauer zu prüfen und die Beseitigung zu finanzieren. Nach gängiger Rechtsprechung steht Vermietern hier eine Prüfungsfrist von sechs Monaten zu. Bestehen keine Forderungen mehr gegen den Mieter, müssen Sie ihm die verbliebene Kaution zurückzahlen.

Eine gut geplante Wohnungsübergabe mit aussagekräftigem Wohnungsübergabeprotokoll gibt Vermietern Rechtssicherheit und reduziert das Kostenrisiko.

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