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90 Jahre Fernsehen

90 Jahre Fernsehen

90 Jahre Fernsehen: Wie alles begann und was die Zukunft bringt

Serien, Shows, Sendungen: Das Fernsehen ist fester Bestandteil unseres Alltags. Vor 90 Jahren, als Manfred von Ardenne auf der Berliner Funkausstellung das erste vollelektronische Fernsehgerät vorstellt, sieht das noch ganz anders aus. Erst vier Jahre später startet in Deutschland der Fernsehbetrieb – auf einem einzigen Sender für ein paar Stunden pro Woche. Danach folgt lange Zeit nichts. Heute gibt es rund 500 private Fernsehsender. Wie wurde das Fernsehen zum Unterhaltungsmedium Nummer eins, wird es gegen die Konkurrenz der Streaming-Dienste bestehen und was bringt die Zukunft?

Lange vor Ardennes Auftritt ermöglicht die Nipkow-Scheibe im Jahr 1884 ein erstes fernsehartiges Erlebnis. Das ist jedoch weit entfernt von dem, was wir heute unter Fernsehen verstehen. Die Spiralscheibe mit 24 Löchern, die nach ihrem Erfinder Paul Nipkow benannt ist, zerlegt ein Bild in Hell-Dunkel-Signale und setzt es dann wieder zusammen. Sie ebnet den Weg für Deutschlands erste kleine Fernsehsendung in Schwarz-Weiß und mit Ton, die der Deutsche Fernseh-Rundfunk 1934 an drei Abenden in der Woche für je 90 Minuten ausstrahlt. Sehen können das nur diejenigen, die einen der knapp 250 Fernsehempfänger in und um Berlin besitzen. Zusätzlich gibt es ein paar Fernsehstuben, in denen jeweils bis zu 30 Personen Platz finden.

Der Aufstieg zum Massenmedium

Olympia und Fußball-WM: Der Aufstieg zum Massenmedium

Mit den Olympischen Spielen gewinnt das Fernsehen an Bedeutung. Die Nationalsozialisten nutzen das Großereignis in Berlin für Propagandazwecke und senden live per Bildtelefonie in die Fernsehstuben. Der Zweite Weltkrieg stoppt den Aufstieg des neuen Mediums zunächst, der sich aber nach Kriegsende fortsetzt: Am 26. Dezember 1952 erscheint die erste Tagesschau, am Ende des Jahrzehnts sendet die neugegründete ARD bereits fünf Stunden täglich. 1954 versammeln sich die Menschen zum „Public Viewing“ vor einem der wenigen Fernsehgeräte im Ort, um den Erfolg ihrer Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft live zu verfolgen. 20 Jahre danach ist es die WM im eigenen Land, die für den Durchbruch des Farbfernsehens sorgt. Die Verkaufszahlen bei den TV-Geräten schnellen in die Höhe.

Privatsender und Technik verändern das Fernsehen

Danach folgt der Aufstieg des Privatfernsehens: Programm- und Sendervielfalt steigen, mit RTL und Sat.1 beginnt 1984 das duale Rundfunksystem in Deutschland. Ein Jahr zuvor kann das Fernsehen erstmals per Kabel empfangen werden. Anfangs von nur wenigen, zu Beginn der 90er Jahre ist aber bereits ein Großteil der Haushalte ans Kabelnetz angeschlossen. Die Technik entwickelt sich jetzt immer schneller: 2006 wird HDTV eingeführt, ab 2019 senden die TV-Anstalten nur noch digital – in die meisten Haushalte per Kabel oder Satellit, beide Übertragungswege machen je 44 % der gesamten Nutzung aus. Unterdessen nimmt der Transfer über IP-basierte Netze zu, der Anteil steigt von 6 % im Jahr 2016 auf 11 % im Jahr 20191.

Konkurrenz durch Video on Demand

Die Digitalisierung bringt einen neuen Kanal für die Unterhaltungsindustrie hervor: Video on Demand. Dienste wie Netflix und Amazon Prime bieten bekannte und neue Serien und Filme in Hülle und Fülle an – rund um die Uhr und von überall online abrufbar – ein klarer Vorteil gegenüber dem seriellen Fernsehen. Das ist in Deutschland zwar immer noch beliebt, kann in den letzten zehn Jahren, anders als zuvor, aber keinen Zuwachs mehr bei den täglichen Konsumzeiten verzeichnen.
Auf der anderen Seite zeigen die Umsatzzahlen der VoD-Anbieter, wie stark sich der Streaming-Markt entwickelt hat: Lag der Umsatz in den Anfangsjahren 2004 und 2005 noch bei je einer Million Euro, sagen Experten für 2025 ein Marktvolumen von 2.947 Millionen voraus2.

Fernsehkonsum

Das Fernsehen bleibt relevant

Ist der Aufstieg der Streaming-Dienste gleichbedeutend mit dem Abstieg des linearen Fernsehens? Unwahrscheinlich, denn für viele, vor allem ältere Nutzer sind Sendungen und Serien zu festen Zeiten etablierter Bestandteil des Alltags. Hinzu kommt der Faktor Live-Ereignis: Shows und Sportübertragungen kreieren ein Gefühl der Verbundenheit. Beim Finale der Fußball-WM 2014 sitzen fast 35 Millionen Deutsche vor dem Fernseher und erleben zeitgleich, wie die deutsche Nationalmannschaft in Rio de Janeiro Weltmeister wird3. Aber auch ARD und ZDF wissen um die Bedeutung von Video on Demand. Deswegen können bereits gezeigte Inhalte in den Online- Mediatheken bequem zu jeder Zeit auf dem Smart-TV angeschaut werden. Zusätzlich gibt es dort weitere Formate, die das lineare Angebot ergänzen. RTL zum Beispiel bietet mit GEO WILD ein neues SVoD-Angebot, das hochwertige Naturdokus beinhaltet. GEO WILD ist Ende Oktober bei Vodafone gestartet.

Dem hybriden Smart-TV gehört die Gegenwart und die Zukunft. Er verbindet lineares und nichtlineares Fernsehen. Angebote wie GigaTV ermöglichen den unkomplizierten Zugang zu beiden Welten. Das Fernsehgucken ist in vielen Familien nach wie vor Gemeinschaftsaktivität und findet im Wohnzimmer statt. Auf einem Smart-TV ist das, anders als auf dem Laptop, in bequemer Kino-Atmosphäre auf dem Sofa möglich. Die Bedienung funktioniert heute bereits per Sprachsteuerung, in Zukunft sollen TV-Geräte via Kameraauge auf Gesten des Nutzers reagieren.

Sicher ist: Fernsehtechnologie und -technik entwickeln sich rasant weiter. Die gezeigten Inhalte werden die Grenzen zur Realität zunehmend verschieben. Damit TV-Geräte ihr Potenzial voll ausschöpfen können, braucht es den Anschluss an ein Breitband-Kabelnetz mit hoher Leistungsfähigkeit.

Referenzen

1 https://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/user_upload/die_medienanstalten/Publikationen/Digibericht_Video/Digibericht_Video_20/Digitalisierungsbericht_Video_2020_Web_de.pdf
2 https://de.statista.com/outlook/dmo/digitale-medien/video-on-demand/video-streaming-svod/deutschland
3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/306849/umfrage/spiele-mit-den-hoechsten-tv-quoten-bei-der-wm-2014/

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