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Ambient Assisted Living

Ambient Assisted Living

Ambient Assisted Living: Smart Home für Senioren

AAL Begriffe
AAL Begriffe

Wie smarte Technologie altersgerechtes Wohnen unterstützt

Immer mehr Senioren möchten zuhause leben statt in einem Senioren- oder Pflegeheim. Mit Ambient-Assisted-Living-Lösungen ermöglicht die Wohnungswirtschaft Senioren und Menschen mit Handicap, möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Wir erklären, was AAL bedeutet, wie altersgerechte Assistenz im Smart Home aussehen kann und welche Lösungen es heute schon gibt.

Wohnen im Alter – smarte Technik wird zum Muss

Deutschland altert. Bis zum Jahr 2040 wird die Zahl der über 65-Jährigen auf mindestens 22,7 Millionen wachsen.1 Die Wohnungswirtschaft muss sich auf eine alternde Gesellschaft einstellen. Das bedeutet nicht nur, barrierefreie Wohnungen zu bauen, sondern auch Gesundheitsförderung und Prävention ins Visier zu nehmen – mit alltagstauglichen Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben. Das Stichwort lautet: Ambient Assisted Living (AAL).

Ambient Assisted Living – IoT-Applikationen erleichtern den Alltag im eigenen Zuhause

Wörtlich übersetzt bedeutet „Ambient Assisted Living“ so viel wie „umgebungsunterstütztes Leben“. Im Vordergrund stehen dabei intelligente Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), das heißt Projekte, Geräte und Dienstleistungen, die älteren oder pflegebedürftigen Menschen mit Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen und erleichtern – selbst dann, wenn ihre Gesundheit nachlässt und sie Hilfe benötigen. Die digitalen Hilfssysteme unterstützen ihre Nutzer in vielen Bereichen wie Sicherheit, Komfort, Unterhaltung u.v.m. Zu den nutzerfreundlichen Smart-Home-Technologien und AAL-Anwendungen auf IoT-Basis gehören etwa:

  • Sturz- und Bewegungssensoren, die medizinische Notfälle – z.B. längere Inaktivität oder auffälliges Verhalten des Bewohners – erkennen und einen Notruf auslösen.
  • Hausnotruf-Systeme, die als Notfall-Knöpfe wie Lichtschalter fest in der Immobilie installiert sind oder mit einem Armband gekoppelt werden und Pflegepersonal, Rettungskräfte oder Angehörige in einem Notfall benachrichtigen.
  • Digitale Schließanlagen, die nur Befugten – Hausbewohnern, Pflegepersonal, Angehörigen oder Dienstleistern – die Tür öffnen.
  • Sprachassistenten und smarte Lautsprecher, die Online-Einkäufe tätigen oder für Unterhaltung sorgen, indem sie beispielsweise die Lieblingsmusik abspielen.
  • Haushalts- und Gartenhelfer wie Saug-, Wisch-, Fensterputz- oder Mähroboter, die für mehr Komfort und weniger Arbeit sorgen.
  • Smarte Leuchtmittel sowie eine Heizungs- und Temperatursteuerung, die Energie und Kosten einsparen; Licht und Heizung werden nur so genutzt, wie sie auch wirklich gebraucht werden.
  • Leckage-Melder, die Lecks in Wasserleitungen automatisch melden, sodass die Reparatur zeitnah erfolgen kann, bevor größere Schäden entstehen.
Anwendungsbereiche für AAL
Anwendungsbereiche für AAL

Wer entsprechende Konzepte bei Neubau oder Wohnungssanierung berücksichtigt, erhöht die Attraktivität der Immobilien: Laut einer Bitkom-Studie würden 19 % der Befragten für Wohnungen mit Smart-Home-Ausstattung höhere Mieten zahlen.2 Nicht nur die Smart-Home-Technologien werden immer mehr in der breiten Masse angenommen, auch der Markt für die alltagstauglichen Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben wächst rasant.

Gebäudedigitalisierung – Mehrwert für Bewohner und Vermieter

Setzt die Wohnungswirtschaft im eigenen Bestand auf AAL, bleibt sie attraktiv für eine alternde Gesellschaft. Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen schaffen Anreize für eine lange Wohndauer, reduzieren den altersbedingten Mieterwechsel und profitieren so von diesem Wachstumsmarkt. Dank des immer selbstverständlicheren Umgangs der Generation 65+ mit Internet und smarten Technologien wird es jedenfalls immer einfacher, vernetzte AAL-Anwendungen im Smart Building zu etablieren. Sobald sie den Mehrwert für Wohn- und Lebensqualität erkennen, ist der Schritt zum Einsatz von digitalen Sprachassistenten und intelligenter Sensorik nicht weit. Die intuitive Bedienung erfordert keinerlei technische oder medizinische Vorkenntnisse. Die meisten Nutzer lernen schnell, damit umzugehen, und sind begeistert von der Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben weiterführen zu können.

Senioren

Gebäudekonnektivität 4.0 – AAL einfach im digitalen Gebäude realisieren

Noch fehlt es an einem einheitlichen Smart-Home-Standard und offenen Schnittstellen, die Installation und Bedienung einfacher machen. Aber keine Sorge: Wer das Thema AAL angehen will, kann das problemlos zusammen mit anderen Digitalisierungsschritten umsetzen. Beispielsweise lassen sich vernetzte Bewegungsmelder, die das Licht auslösen, gleichzeitig als Bestandteil in Alarmsysteme einbinden, die erkennen, ob jemand gestürzt ist und sich nicht mehr bewegt. Einzelne Komponenten für AAL auf einer gemeinsamen Cloud-Plattform zu verknüpfen ist der Unterschied zu herkömmlicher AAL-Technik. Dadurch lassen sich nach dem „Wenn dies, dann das“-Prinzip Vorgänge automatisieren. Vodafone beispielsweise integriert mit Gebäudekonnektivität 4.0 sämtliche Anwendungen im Gebäude – nicht nur AAL-Lösungen, sondern auch fernauslesbare Stromzähler, Heizkostenverteiler, smarte Türschlösser oder Rauchmelder – über eine einzige gemeinsame offene Plattform.

Digitale Gebäudeinfrastruktur – mit einer offenen Plattform Potenziale voll ausschöpfen

Statt Einzellösungen von verschiedenen AAL-Anbietern mit mehreren Datenlesern und Portalen parallel zu betreiben, können Wohnungsunternehmen alle Anwendungen der Gebäudeautomation unter einem Dach vereinen. Sie vermeiden damit Anwendungssilos, die Synergien und Innovation verhindern und zudem häufig Mehrkosten verursachen. Sogenannte multiprotokollfähige Gateways übertragen die Daten verschlüsselt ins Internet. Für befugte Nutzer sind die Informationen dann über ein Dashboard, also eine Übersicht aller Daten, einsehbar. Damit die Sensordaten allerdings kontinuierlich geprüft und automatisch ausgewertet werden können, ist eine schnelle, stabile Breitband-Verbindung ein Muss. Erst dann können die Sensoren im Smart Building „sprechen“ und die Bewohner dank Internet of Things beruhigt in ihren eigenen vier Wänden leben.

1 https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/_inhalt.html;jsessionid=115B4E6217A8D613388ECA7D9FB9782B.live732#sprg371138
2 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Home-Smart-Home-Jeder-Vierte-ist-auf-dem-Weg-zum-intelligenten-Zuhause.html

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