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Nachhaltiges Bauen und Klimaschutz

2021 ist nachhaltiges Bauen einer der 5 großen Trends in der Immobilienbranche. Wir verraten, wie Bauherren und Vermieter mit Dachbegrünungen, Passivhäusern oder Wärmepumpen-Heizungen zum Klimaschutz beitragen können.

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Mehr Nachhaltigkeit, positive Ökobilanz

Klimaschutz in der Immobilienwirtschaft – wo stehen wir?

Die Bundesregierung hat klare und ambitionierte Klimaschutzziele definiert. . Dazu zählt auch: ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050 – und die Immobilienwirtschaft zieht mit.

Der Gebäudesektor hatte im Jahr 2018 einen Anteil von 14 % an den deutschen Gesamtemissionen. Gegenüber 1990 ist bereits eine CO2-Reduktion von 42 Prozent erreicht worden. Dennoch müssen die CO2-Emissionen – vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger zur Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser – weiter reduziert werden.

Energetische Sanierungen können den Heizenergieverbrauch von Gebäuden senken. Dazu zählen Dämmungen von Dächern, Wänden und Fenster sowie die Einbindung elektrischer Wärmepumpen und erneuerbarer Energien – beispielsweise Solarthermie und Erdwärme – in der Heiztechnik. Ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel ist auch das nachhaltige Bauen.

Nachhaltiges Bauen – was ist das?

Nachhaltig von Baustoff bis Rückbau

Beim nachhaltigen Bauen geht es um die Minimierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs, die Reduktion des Flächenverbrauchs und die möglichst geringe Belastung der Natur – und zwar über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes: Rohstoffgewinnung, Grundstück, Errichtung, Nutzung, Instandhaltung, Abfallvermeidung und schließlich Rückbau nach ca. 50 bis 100 Jahren.

Ein Green Building ist ein Smart Building

Trotz des ökologischen Gedankens und nachhaltiger Baustoffe ist ein „Green Building“ aber keineswegs rückständig. Oftmals kommen smarte Technologien und automatisierte Gebäudetechnik zum Einsatz, die für die intelligente, effiziente Nutzung von Energie und Ressourcen sowie eine angenehme Atmosphäre mit hoher Lebensqualität und Produktivität sorgen. Nachhaltiges Bauen ist damit im Prinzip auch immer smartes Bauen.

Mit und ohne Zertifizierung nachhaltig

Derzeit gibt es drei anerkannte Zertifizierungen für nachhaltige Gebäude: DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V.) aus dem deutschsprachigen Raum sowie LEED und BREEAM aus dem angelsächsischen Umfeld. Es ist aber kein Muss sich eine solche Zertifizierung ausstellen zu lassen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen verzichten aus Kostengründen häufig auf eine Zertifizierung ihrer nachhaltig gestalteten Gebäude.

Green Buildings – was bringt es?

Der Lohn für Nachhaltigkeit im Bauwesen: Auch wenn nachhaltiges Bauen unter Umständen höhere Baukosten bedeuten, überwiegen doch die Vorteile. Energieeffizientes Bauen wird nämlich mit höheren Mieten, geringeren Leerständen, schnellerer Vermietbarkeit und niedrigen Energie- und Betriebskosten belohnt – kurz: die Nettoeinnahmen steigen. Hohe Baukosten können zudem durch die Abschöpfung aller finanziellen Mittel wie Förderkredite oder Zuschüsse verringert werden.

Durch die Verwendung von nachhaltigen Rohstoffen wie Holz oder der Einsatz von Dach- und Fassadenbegrünungen wird das Stadtbild belebt. Zum nachhaltigen Bauen gehören aber auch soziokulturelle Aspekte, d. h. durch Green Buildings wird auch die Wohn- und Lebensqualität der Bewohner oder Mitarbeitenden in Green Buildings verbessert. Und das wiederum steigert die die Attraktivität und den Wert der Immobilien.

Dachbegrünungen – positive Effekte auf Menschen und Umwelt

Was sind die Vorteile von Dachbegrünungen?

Deutschland verfügt europaweit über den größten Anteil von begrünten Dächern. Sie tragen zum Klimaschutz und einer positiven Ökobilanz bei und fanden seit den 1960er-Jahren als „Park mitten in der Stadt“ ihre Verbreitung in Europa und den USA. Neben der Möglichkeit zur Erholung für den Menschen bieten sie auch einen zusätzlichen Lebensraum für Insekten und Vögel. Weitere Vorteile:

  • Die Pflanzen verbessern die Luftqualität durch Einfangen und Filtern von Staubpartikeln und Schadstoffen und durch Produktion von Sauerstoff.
  • Der Regen wird von den Pflanzen und dem Substrat gespeichert und verzögert wieder abgegeben, sodass Abwassersysteme bei starken oder langanhaltenden Niederschlägen entlastet werden.
  • Ein begrüntes Dach reduziert außerdem die Oberflächentemperatur des Daches bei Sonneneinstrahlung. Bei kalten Temperaturen wirkt es wie eine zweite isolierende Haut.
  • Und schließlich bitte die Dachbegrünung auch einen gewissen Schallschutz.

Können alle Dächer begrünt werden?

Für eine Dachbegrünung eignen sich viele Dachkonstruktionen. Beispielsweise bietet Beton eine stabile Struktur und wird deswegen auch am häufigsten als Grundlage verwendet. Aber auch Holz-, Metall-, Kunststoff-, Gips- und Verbundkonstruktionen bieten die geeigneten Voraussetzungen. Am einfachsten sind natürlich Flachdächer zu begrünen. Es ist aber nicht unmöglich auch andere Flächen zu begrünen. Sie stellen nur eine größere Herausforderung in Bezug auf die Gewichtsverteilung dar. Und neben Dächern können natürlich auch Fassaden als „vertikale Gärten“ oder „Living Walls“ begrünt werden.

Passivhäuser – geringer Energieverbrauch, höchster Wohnkomfort

Welche Vorteile bietet ein Passivhaus?

In Deutschland gibt es ca. 10.000 Passivhäuser – Tendenz steigend. Einer der Gründe: 2009 wurde vom Europäischen Parlament und Rat beschlossen, dass alle Neubauten „nearly zero energy buildings“ sein müssen. Ein Passivhaus ist damit ideal: Ein Passivhaus spart etwa 70 bis 80% an Heizenergie gegenüber einem herkömmlichen Niedrigenergiehaus und etwa 90% gegenüber einem konventionellen Neubau ein. Außerdem stößt es jährlich 4.000 Kilogramm weniger CO2 als ein herkömmliches Haus aus. Ein weiterer Vorteil: Ein Passivhaus ist durch eine selbstständige Energieversorgung von Energielieferanten unabhängig. Davon profitieren nicht nur Hauseigentümer, sondern über geringere Nebenkosten auch Mieter.

Was ist ein Passivhaus?

Durch die Nutzung von Sonnenenergie und Abwärme von Personen und Geräten sowie anderen vorhandenen Energiequellen kommt das Passivhaus praktisch ohne Heizenergie aus. Ein Passivhaus benötigt nur in geringem Maße eine Gebäudeheizung – meist in langen Winterphasen – und auch keine Kühlanlagen. Der geringe Energieverbrauch wird durch folgende Maßnahmen erreicht:

  • Gute Außendämmung (Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) unter 0,15 W/(m2K))
  • Verschattungsfreie Ausrichtung nach Süden mit großer Fensterfront
  • Spezielle Verglasung und Fensterrahmen (Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) unter 0,80 W/(m2K))
  • Hohe Dichtheit des Passivhauses (Drucktests bei Über- und Unterdruck von 50 Pascal unter 0,6 Raumluftvolumen pro Stunde, oft liegt der Wert bei 0,3 und besser)
  • Vorerwärmung der Frischluft per Erdreich-Wärmetauscher
  • Lüftung mit Wärmerückgewinnung von über 75% der Abluftwärme
  • Brauchwassererwärmung per Solarthermie (per Marktanreizprogramm gefördert)

Ist das Passivhaus die Zukunft?

Ein Passivhaus ist die bauliche Ideallösung, weil es nicht nur Energieeffizienz, Wohnkomfort, Wirtschaftlichkeit und Klimafreundlichkeit verspricht, sondern auch mit allen marktverfügbaren Baustoffen umsetzen und mit erneuerbaren Energien beliebig ergänzen lässt. Im Bereich der Passivhäuser richtet sich der Fokus zunehmend auch auf energieautarke Mehrfamilienhäuser. Die Immobilienpreise für Passiv- und Niedrigenergiegebäude dürften weiterhin überproportional steigen.

Heizanlagen mit Wärmepumpe – klimafreundlich und günstig

Lohnen sich Wärmepumpenheizungen?

Zum Trend für 2021 zählen neben Dachbegrünungen und Passivhäusern auch Heizanlagen mit Wärmepumpe. Diese senken nicht nur die Heizkosten senken, sondern schonen auch Ressourcen – wenn die einige Bedingungen erfüllt sind. Nur Häuser mit guter Wärmedämmung und modernen Fenstern sind für den Einbau einer Wärmepumpenheizung geeignet. Außerdem sollte eine Fußbodenheizung oder eine Wandheizung vorhanden sein. Dann verbraucht die Heizung nur wenig Strom und kann auch schon mit vergleichsweise geringen Heizwassertemperaturen das Haus erwärmen. Viele Gebäude müssen deshalb vor dem Umstieg erst energetisch saniert werden.

Welche Typen von Wärmepumpen gibt es?

Wärmepumpen gewinnen Wärme aus der Umgebungsluft, dem Grundwasser oder dem Erdreich und befördern diese ins Haus hinein:

  • Grundwasserwärmepumpen oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen das Grundwasser ganzjährig, da es auch im Winter selten kälter als 10 Grad Celsius ist. Sie haben die beste Energiebilanz. Es sind Brunnenbohrungen notwendig.
  • Erdwärmepumpen oder Sole-Wasser-Wärmepumpen sind ebenfalls sehr effizient, da es auch im Erdreich kaum jahreszeitliche Temperaturschwankungen gibt. Aber nicht jeder Boden eignet sich für das Verlegen der benötigten Erdwärmesonden oder -kollektoren.
  • Luftwärmepumpen oder Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am wenigsten aufwändig im Einbau, haben aber im Schnitt die schlechteste Energiebilanz und sind wegen Ventilatorgeräuschen lauter. Sie lohnen sich trotzdem bei richtiger Planung.

Sind Wärmepumpen automatisch die beste Wahl?

Damit Wärmepumpen wirklich klimafreundlich und günstig sind, sollten sie auch mit möglichst wenig Strom möglichst viel Wärme gewinnen. Diese Effizienz wird als sogenannte Jahresarbeitszahl angeben. Nur bei einer Jahreszahl über 3 ist eine Wärmepumpe eine sinnvolle Alternative zu anderen Heizungen. Außerdem müssen die Kosten abgewägt werden.

Sie beginnen bei 9.000 Euro und enden bei bis zu 19.000 Euro – je nachdem, ob man sich für eine Grundwasser-, Erdwärme- oder Luftwärmepumpe entscheidet.

Unser Tipp: Viele Maßnahmen zur energetischen Sanierung – beispielsweise auch der Austausch einer älteren Heizungsanlage – werden durch Zuschüsse oder Förderkredite vom Staat unterstützt. Mehr dazu in unserem Artikel zu „Energetische Gebäudesanierung“